Viertausender · Saas-Fee
Allalinhorn (4027 m) ab Mittelallalin — windiges Ende September
Das Allalinhorn gilt als leichtester Viertausender der Alpen — Bahn und U-Bahn bringen einen auf 3456 m, es bleiben knapp 600 Höhenmeter. An diesem Tag Ende September zerfiel dieser Ruf am Grat: der Wind war so stark, dass man alle paar Meter stehen bleiben und die Böe abwarten musste.
Bahn und Metro Alpin nach Mittelallalin
Start in Saas-Fee (1800 m). Alpin Express bis Felskinn (2989 m), Umstieg in die Metro Alpin — die in den Fels gesprengte U-Bahn — und hinauf nach Mittelallalin (3456 m), zum höchsten Drehrestaurant der Welt. In wenigen Minuten ist man mitten im Winter.
Die erste Bahn ist die einzige sinnvolle Wahl: der Schnee ist noch hart, und der Wind an den Graten legt im Tagesverlauf zu. Diesmal legte er schon vor Sonnenaufgang zu.
Aufstiegskarte — Mittelallalin → Feegletscher → Feejoch → Allalinhorn 4027 m
Klicken Sie eine Station auf der Karte, im Höhenprofil oder in der Liste an — die anderen Ansichten heben denselben Punkt hervor.
In die Karte klicken, um das Zoomen mit dem Mausrad zu aktivieren.
Feegletscher und Feejoch
Direkt vor der Station beginnt der Feegletscher. Steigeisen an, anseilen, und durch das weite Becken Richtung Feejoch (3826 m). Technisch anspruchslos, aber es gibt Spalten — unter dem Neuschnee Ende September sind sie oft schlecht zu sehen, das Seil ist also keine Dekoration.
Der letzte Hang unter dem Joch ist der steilste Abschnitt der Route. Bei starkem Wind treibt der Schnee über die Oberfläche, die Sicht schliesst sich zum Whiteout, und dann zählen nur die Spur und der Kopf.
Am Feejoch standen wir voll im Weststurm. Die Lehre des Tages: wenn die Prognose 50–60 km/h Böen auf 4000 m sagt, ist das keine blosse Zahl — es ist der Unterschied zwischen Spaziergang und Kampf.
Gipfelgrat und 4027 m
Vom Feejoch rechts auf den Nordwestgrat. Dreihundert Meter Schnee und Felsblöcke, stellenweise beidseitig ausgesetzt, ein paar Schritte im Mixed — und das Kreuz auf 4027 m.
Aussicht auf Bestellung gab es nicht: die Wolken zogen quer, Matterhorn und Monte Rosa zeigten sich sekundenweise. Genau solche Verhältnisse geben aber die besten Bilder — Kontrast, Bewegung, Licht durch die Lücken.
Abstieg auf demselben Weg über das Feejoch und den Gletscher nach Mittelallalin. Mit Gipfelpause rund 5 Stunden; bei ruhigem Wetter geht es in vier.