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Staumauer und Skitouren · Emosson, Wallis

Barrage d'Emosson — der Ort, an den ich immer wieder zurückkehre

In drei Jahren in der Schweiz hat mich kein Ort so oft zurückgeholt wie die Barrage d'Emosson. Ich war schon mehr als ein Dutzend Mal dort — im Sommer, im Herbst und im Winter auf Ski. Der Grund ist einfach: von der Mauerkrone schaut man direkt in die französischen Alpen, auf das Mont-Blanc-Massiv, die Aiguille Verte und die Aiguilles de Chamonix. Einen zweiten solchen Balkon kenne ich im Wallis nicht.

Staumauer und See

Die Anfahrt ist unkompliziert: von Martigny durch das Tal über Finhaut und weiter auf einer schmalen, kurvigen Strasse bis direkt an die Mauer. Man parkt daneben, vom Auto bis zum ersten Bild sind es zwei Minuten. Das ist in diesen Bergen selten und macht Emosson auch für einen kurzen Ausflug auf ein einziges Licht möglich.

Die Mauer selbst funktioniert bei jedem Wetter — der Betonbogen, die dünne Linie des Geländers und das dunkle Wasser dahinter. Bei hartem Licht und ziehenden Wolken wird daraus ein grafisches Schwarz-Weiss, im Herbst genügen die kupferfarbenen Lärchen am Ufer vor tiefblauem Himmel.

Ein Stück am Ufer entlangzugehen lohnt sich: je weiter weg von der Mauer, desto weniger Menschen und desto klarer die gespiegelten Linien der Wände.

Der Emosson-Stausee im Herbst mit kupferfarbenen Lärchen unter tiefblauem Himmel
Schwarz-Weiss-Aufnahme der Mauerkrone von Emosson mit verschneiten Gipfeln

Der Blick in die französischen Alpen

Das ist der eigentliche Grund für meine Rückkehr. Von der Mauer aus blickt man über das Trienttal direkt auf das Mont-Blanc-Massiv. Am Abend bleibt das letzte Licht nur noch auf der Gipfelkuppe, während der Rest des Panoramas schon im Schatten liegt — dieser Unterschied in der Farbtemperatur macht das Bild.

Bei Südwind stehen Föhnfische über den Graten. Das ist der Moment für das Teleobjektiv: Gipfel, Wolke, sonst nichts im Bild — farbig beim Sonnenuntergang oder hart in Schwarz-Weiss am Tag.

Morgens ist es oft umgekehrt: das Tal füllt sich mit einem Wolkenmeer, das wie ein Wasserfall über die Rücken fliesst. Dann muss man nirgends hin — man stellt sich auf die Mauer und wartet.

Die Gipfelkuppe des Mont Blanc im letzten orangen Licht des Tages
Linsenwolke im goldenen Licht über einem verschneiten Gipfel der französischen Alpen
Linsenwolke über den Graten in Schwarz-Weiss, von Emosson aus gesehen
Wolkenmeer, das im Morgengrauen über einen bewaldeten Grat fliesst
Aiguille Verte und die Grate des Mont-Blanc-Massivs unter gezogenen Wolken
Verschneite Wände und Gletscher im Mont-Blanc-Massiv in Schwarz-Weiss

Hinauf zur zweiten Staumauer — Vieux Emosson

Rund 270 Höhenmeter über dem Hauptsee steht eine zweite, viel kleinere Mauer: die Barrage du Vieux Emosson (2205 m). Der Aufstieg dauert eineinhalb bis zwei Stunden dem Ufer entlang und über den Weg auf der rechten Talseite.

Oben ist die Landschaft eine ganz andere — karg, steinig, fast mondartig. In der Nähe liegen die berühmten Dinosaurierspuren in einer Felsplatte, und der Blick zurück umfasst den ganzen Emosson-See mit dem Mont-Blanc-Massiv dahinter.

Das ergibt einen guten ganzen Tag: am kühlen Morgen hinauf, oben Pause, und zum Abendlicht zurück an der Mauer sein.

Morgennebel im Lärchenwald im Tal unterhalb von Emosson

Winter auf Ski

Die Strasse zur Mauer ist den grössten Teil des Jahres gesperrt — meist vom ersten Schnee bis in den späten Frühling. Das ist kein Hindernis, sondern eine Einladung: im Winter steigt man von der Gegend um Le Châtelard auf Tourenski über die Kehren der gesperrten Strasse auf.

Der Aufstieg ist lang, aber technisch einfach und im Vergleich zu den üblichen Winterzielen im Wallis sicher. Oben ist die Mauer oft völlig leer, und der gefrorene See mit den verschneiten französischen Alpen sieht ganz anders aus als im Sommer.

Die Abfahrt auf derselben Strasse geht schnell. Man muss nur auf die Zeit achten — im Winter verschwindet das Licht in diesem Tal früh.

Silhouette einer Gämse auf einem Felsgrat in der Dämmerung über dem Emossontal

Routenkarte — Martigny → Finhaut → Barrage d'Emosson → Vieux Emosson

Klicken Sie eine Station auf der Karte, im Höhenprofil oder in der Liste an — die anderen Ansichten heben denselben Punkt hervor.

In die Karte klicken, um das Zoomen mit dem Mausrad zu aktivieren.

05001000150020002500471 mMartigny1224 mFinhaut1930 mBarrage d'Emosson1930 mLac d'Emosson2205 mBarrage du Vieux Emosson
Höhenprofil der Route — 1734 m Höhendifferenz.

Wintervariante — Skitour auf der gesperrten Strasse von Le Châtelard zur Mauer

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In die Karte klicken, um das Zoomen mit dem Mausrad zu aktivieren.

50010001500200025001120 mLe Châtelard1500 mRoute du barrage (fermée)1930 mBarrage d'Emosson2205 mVieux Emosson
Höhenprofil der Route — 1085 m Höhendifferenz.