Viertausender · ein Tag · Winter
Breithorn 4164 m im Winter — Tagestour vom Klein Matterhorn
Das Breithorn gilt als einfachster Viertausender der Alpen: die Bahn bringt dich auf 3883 m zum Klein Matterhorn, es bleiben kaum 300 Höhenmeter. Das war mein zweiter Versuch. Beim ersten, mit Übernachtung hoch am Klein Matterhorn, blieb der Gipfel aus — das Wetter liess uns nicht einmal auf den Gletscher. Im Winter ist ein leichter Berg kein leichter Berg.
Der erste, gescheiterte Versuch
Der Plan war gut: hoch schlafen am Klein Matterhorn, vor Sonnenaufgang auf dem Gletscher stehen und den Gipfel im ersten Licht erreichen. Am Morgen war der Wind am Grat deutlich stärker als prognostiziert, die Sicht fiel auf wenige Dutzend Meter. Auf 4000 m gibt es nichts zu verhandeln — wir kehrten vor dem Plateau um.
Fotografisch war der Versuch trotzdem ein Gewinn: Alpenglühen am Matterhorn aus dem Stationsfenster, gestaffelte Grate über dem Wolkenmeer und Licht, das im Winter nur Minuten hält.
Routenkarte — Zermatt → Klein Matterhorn → Breithorn 4164 m
Klicken Sie eine Station auf der Karte, im Höhenprofil oder in der Liste an — die anderen Ansichten heben denselben Punkt hervor.
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Zweiter Versuch: mit der Bahn auf 3883 m
Beim zweiten Mal als Tagestour: Bahn nach Zermatt, dann über Trockener Steg zum Klein Matterhorn. Der Schritt aus dem Stationstunnel auf den Gletscher ist der härteste Moment des Tages — vom warmen Innenraum direkt in den Wind auf 3883 m, ohne Aufwärmen und ohne die Akklimatisation, die ein Zustieg sonst schenkt.
Vom Plateau ist die Linie klar: Querung unter der Wand, dann ein breiter, gleichmässiger Hang zum Gipfelgrat. Steigeisen und Seil ab dem ersten Meter — unter dem Schnee liegen Spalten, und die Brücken halten im Winter nur morgens verlässlich.
Der Schnee war zu harter Platte verblasen, mit Sastrugi, die das Bild allein tragen: harter Kontrast, dünenartige Struktur und ein fast schwarzer Himmel über 4000 Metern.
Winterverhältnisse und Gipfelgrat
Technisch ist es leicht — und genau das macht im Winter unvorsichtig. Der Windchill am Grat lag deutlich unter minus zwanzig, Schnee wurde waagrecht getrieben, jede freie Hautstelle meldete sich nach Sekunden. Fotografiert wird mit Handschuhen und vorher gesetzten Werten.
Die letzten Meter sind ein schmaler, getretener Grat mit der Belohnung für zwei Versuche: Matterhorn, Dent Blanche, Weisshorn und die ganze Monte-Rosa-Wand ringsum. Wir blieben kurz — mehr als ein paar Bilder liess der Wind nicht zu.
Abstieg auf demselben Weg und mit der letzten Bahn ins Tal. Alles an einem Tag, aber nur weil die Verhältnisse endlich mitspielten.