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Sonnenuntergang und Sonnenaufgang · Savièse

Cabane du Prabé — Sonnenuntergang und Sonnenaufgang über dem Rhonetal

Die Cabane du Prabé ist eine kleine Steinhütte auf dem Grat über Savièse, weniger als eine Stunde von Sion entfernt. Keine Gletscher, keine Ausgesetztheit — dafür etwas anderes: der direkte Blick über das ganze Rhonetal und die Kette von den Dents du Midi bis zum Grand Combin. Ich komme für das Licht zurück: hinauf zum Sonnenuntergang, eine Nacht auf dem Grat, und dann warten auf den Morgen.

Aufstieg von Granois und Abend auf dem Grat

Das Auto bleibt in Granois über Savièse (etwa 1000 m). Der Weg führt durch die Mayens und den Lärchenwald zu den Mayens de la Zour und dann im Traversieren über den Grat zur Hütte (etwa 1850 m). Zwei bis drei ruhige Stunden und knapp 900 Höhenmeter — kurz genug für Stativ, warme Jacke und Schlafsack.

Im Herbst brennen die Lärchen auf dem Grat orange und bilden den Vordergrund jedes Bildes. Eine Stunde vor Sonnenuntergang fällt das Licht seitlich ein, und die Grate gegenüber — Wildhorn, Wildstrubel und weiter draussen die Dents du Midi — schichten sich im Dunst.

Der Sonnenuntergang selbst spielt über den Berner Alpen und über einem Tal, das sich langsam mit Nebel füllt. Die Hütte mit Steindach und dem Kreuz daneben ist der beste Vordergrund, den ich hier kenne.

Die steinerne Cabane du Prabé im orangen Abendlicht zwischen Lärchen
Orange Lärchen auf dem Grat und verschneite Gipfel im Abendlicht
Rhonetal und Alpenkette nach Sonnenuntergang, Nebel über dem Talboden
Felsgipfel mit Kreuz im letzten roten Licht des Tages

Nacht: die Lichter des Rhonetals

Nach der Dämmerung beginnt der zweite Teil des Abends. Unten leuchten Sion, Conthey und Vétroz, die Strassen ziehen orange Linien durch den Talboden, und darüber steht der dunkelblaue Grat der Walliser Alpen.

Ich fotografiere von derselben Stelle wie den Sonnenuntergang: Stativ, 10–25 Sekunden, ISO 800–1600. Die Hütte mit erleuchtetem Fenster gibt dem Bild einen warmen Ankerpunkt und Grösse.

Eine Nacht auf 1850 m ist auch im Oktober kalt — aus dem Tal steigt Feuchtigkeit, und der Wind auf dem Grat hört nicht auf. Mütze, Handschuhe und Thermoskanne lohnen sich, denn zwischen Abend und Morgen wartet man hier mehrere Stunden.

Cabane du Prabé bei Nacht, Licht im Fenster, unten die Lichter des Rhonetals
Nachtpanorama von Sion und dem Rhonetal von den Hängen über Savièse

Sonnenaufgang und Lenticularis

Am Morgen geht alles schnell. Das erste Licht erfasst die höchsten Grate im Süden, wandert dann die Wände hinunter, während das Tal noch lange unter einem flachen Nebelmeer liegt.

Der schönste Morgen hier brachte Lenticularis-Wolken: flache, gegen den Wind geschichtete Spindeln über Grand Combin und Mont Blanc de Cheilon, von unten orange angeleuchtet. Sie bedeuten starken Höhenwind — im Tal kann es völlig still sein.

Der Abstieg auf demselben Weg dauert knapp zwei Stunden, man ist also vor neun beim Frühstück in Sion. Wer nur einen Abend im Wallis hat, sieht von hier Sonnenuntergang und Sonnenaufgang von einem einzigen Platz.

Lenticularis-Wolken über einem verschneiten Gipfel im orangen Licht
Golden angeleuchtete Lenticularis-Schichten über den Graten
Verschneite Gipfelkuppe in einer Lenticularis-Wolke beim Sonnenaufgang
Nebelmeer im Rhonetal und Grat der Berner Alpen im Morgengrauen

Routenkarte — Sion → Granois (Savièse) → Mayens de la Zour → Cabane du Prabé → Prabé 2042 m

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05001000150020002500512 mSion1000 mGranois (Savièse)1290 mMayens de la Zour1850 mCabane du Prabé2042 mPrabé
Höhenprofil der Route — 1530 m Höhendifferenz.