Hochtour · Randa, Wallis
Dom 4545 m — höchster ganz in der Schweiz gelegener Gipfel, ab Randa über Gletscher und Grat
Der Dom (4545 m) ist der höchste vollständig auf Schweizer Boden liegende Gipfel — und ganz sicher keine Tageswanderung. Es ist eine Hochtour über Gletscher und Grat: zwei Nächte in der Domhütte SAC, Aufbruch mitten in der Nacht, Steigeisen und Seil ab dem ersten Eis. Unterwegs mit Tomek aus Tarnów, im gewohnten Tempo: langsam, aber ohne Pause.

Start in Randa und die Charles Kuonen Hängebrücke
Start in Randa (1408 m) im Mattertal. Direkt über dem Dorf führt der Europaweg hinauf, nach knapp einer Stunde erreicht man die Charles Kuonen Hängebrücke — 494 Meter Stahl über der Runse, eine der längsten Fussgänger-Hängebrücken der Welt. Unter den Schuhen ein Gitter, unten der Bergsturz von 1991, gegenüber die ganze Weisshorn-Flanke.
Logistisch liegt die Brücke nicht auf dem direkten Weg zur Hütte — es kostet eine gute halbe Stunde, lohnt sich aber. Danach zurück auf den Pfad, der über Randa quert und unterhalb der Domhütte in einen steilen, steinigen Aufstieg mit Ketten und Felsleitern übergeht.


Zustiegskarte — Randa → Charles Kuonen Hängebrücke → Domhütte
Klicken Sie eine Station auf der Karte, im Höhenprofil oder in der Liste an — die anderen Ansichten heben denselben Punkt hervor.
In die Karte klicken, um das Zoomen mit dem Mausrad zu aktivieren.
Zwei Nächte in der Domhütte — warum es sich lohnt
Von Randa zur Domhütte SAC (2940 m) sind es über 1500 Höhenmeter. Das am selben Tag mit dem Gipfel zu verbinden ergibt keinen Sinn — deshalb zwei Nächte: die erste zum Ankommen und Erholen, die zweite als Basis für den nächtlichen Gipfelgang. Der Tag dazwischen dient der Akklimatisation, dem Materialcheck und einem Rekognoszierungsgang bis 3300 m auf den Gletscher.
Dieser zusätzliche Tag ist auch der Grund, warum die Bilder dieser Tour überhaupt entstanden sind. Sonnenuntergang von der Hüttenterrasse und erstes Licht am Matterhorn sieht nur, wer nicht gerade mitten im Auf- oder Abstieg steckt.


Gletscher, Festijoch und Grat zum Gipfel
Aufbruch gegen zwei Uhr nachts. Zuerst der markierte Felshang zum Festigletscher, dort Steigeisen, Gurt und Seil. Der Gletscher steigt gleichmässig an, hat aber Spalten — im Spätsommer sind die Schneebrücken dünn, man geht durchgehend angeseilt.
Das Festijoch (3723 m) ist die Schlüsselstelle: eine kurze, brüchige Felspassage mit Abstieg auf der anderen Seite zum Hohberggletscher. Danach eine lange, monotone Querung im aufkommenden Sonnenlicht und darüber der Nordwestgrat — Schnee und Eis, zunehmend schmal, beidseitig ausgesetzt.
Die letzten 200 Meter sind reine Höhe: 4545 m, Gipfelkreuz und der Blick auf Weisshorn, Matterhorn, Monte Rosa und Liskamm zugleich. Abstieg auf demselben Weg über das Festijoch — und dieser Abstieg ist länger und anstrengender als der Aufstieg, weil der Gletscher am Mittag weich wird.






Aufstiegskarte — Gletscher, Festijoch und Grat zum Dom 4545 m
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