Blog

Tagestour · Wallis

Eggishorn ab Fiesch — mit der Bahn über den Aletschgletscher

Das Eggishorn ist der einfachste Weg, über dem Grossen Aletschgletscher zu stehen — dem längsten Gletscher der Alpen. Dreimal war ich hier, auf dem Gipfel aber nur einmal: zweimal drehten mich Wind und Wolken um, und im Winter gab es auf dem Grat keine einzige Spur. Der Gipfel selbst ist leicht, fast ein Dreitausender, und der Gletscher wirkt stärker, als jedes Bild zeigen kann.

Eggishorn ab Fiesch — mit der Bahn über den Aletschgletscher

Bahnen und Höhen — Schritt für Schritt

Start in Fiesch (1049 m) im Rhonetal — der Zug aus Brig oder Andermatt hält wenige Minuten von der Talstation, Parkplätze sind vorhanden. Die erste Gondel bringt dich auf die Fiescheralp (2212 m).

Von der Fiescheralp fährt die zweite Bahn zur Station Eggishorn (2869 m). Mit Umstieg dauert die Auffahrt rund 25–30 Minuten und überwindet 1820 Höhenmeter — oben ist es oft 12–15 Grad kälter als im Tal.

Von der Station zum Gipfel des Eggishorn (2926 m) sind es weitere 15–25 Minuten auf markiertem Weg durch Blockwerk. Technisch einfach, aber die Steine sind scharf und nach Niederschlag rutschig — feste Schuhe helfen wirklich.

Panorama des Grossen Aletschgletschers vom Eggishorn
Panorama des Grossen Aletschgletschers vom Eggishorn
Aletschgletscher unter aufquellenden Wolken
Aletschgletscher unter aufquellenden Wolken

Streckenkarte und Höhenpunkte

Klicken Sie eine Station auf der Karte, im Höhenprofil oder in der Liste an — die anderen Ansichten heben denselben Punkt hervor.

In die Karte klicken, um das Zoomen mit dem Mausrad zu aktivieren.

5001000150020002500300035001049 mFiesch2212 mFiescheralp2869 mEggishorn (stacja)2926 mEggishorn
Höhenprofil der Route — 1877 m Höhendifferenz.

Drei Versuche, ein Gipfel

Beim ersten Mal stieg ich mitten in einer Wolke aus der Bahn — vom Gletscher war nichts zu sehen, also fuhr ich wieder hinunter. Beim zweiten Mal war der Wind auf dem Grat so stark, dass das Stativ nicht stand.

Im Winter kam ich in der Hoffnung auf einen klaren, kalten Tag. Auf dem Grat gab es keine einzige Spur — Neuschnee deckte die Blöcke und die Spalten dazwischen zu. Wenige Dutzend Meter unter dem Gipfel kehrte ich um.

Erst beim dritten Mal ging es auf, früh am Morgen nach einer Frostnacht: klare Luft, der Gletscher scharf bis zum Konkordiaplatz, am Horizont Matterhorn und Weisshorn. Dieser eine Tag war die beiden anderen wert.

Grat des Eggishorn mit Schnee und Aletschgletscher
Grat des Eggishorn mit Schnee und Aletschgletscher
Marcin Bawiec an der Grand-Tour-Tafel über dem Aletschgletscher
Marcin Bawiec an der Grand-Tour-Tafel über dem Aletschgletscher

Der Gletscher, der beeindruckt

Der Aletsch ist rund 20 Kilometer lang und stellenweise über 800 Meter dick. Vom Eggishorn siehst du ihn ganz: dunkle Moränenbänder wie Fahrbahnmarkierungen, zerbrochenes Eis in den Steilstufen und oben das weisse Firnplateau.

Es lohnt sich, ein Stück auf die Ostseite des Grats abzusteigen und das Eis mit dem Teleobjektiv zu fotografieren — erst nah zeigt sich, dass die Oberfläche aus tausenden Rippen, Rissen und blauen Spalten besteht.

Das beste Licht ist am Morgen, wenn die Moränen lange Schatten werfen, und am späten Nachmittag, wenn das Eis warm wird. Mittags wirkt der Gletscher flach und grau.

Eisstruktur des Aletschgletschers in Nahaufnahme
Eisstruktur des Aletschgletschers in Nahaufnahme
Dunkle Moränenbänder auf dem Grossen Aletschgletscher
Dunkle Moränenbänder auf dem Grossen Aletschgletscher
Person mit erhobenen Armen über dem Aletschgletscher
Person mit erhobenen Armen über dem Aletschgletscher

Praktisches

Die Bahnen fahren vom späten Frühling bis Oktober und wieder im Winter — prüfe die letzte Talfahrt, oben gibt es keine Übernachtung. An der Station gibt es ein Restaurant mit Terrasse.

Windjacke und Mütze auch im Juli, Sonnenbrille und Sonnencreme — über dem Gletscher ist die Sonne gnadenlos. Im Winter zusätzlich Steigeisen oder Grödel; keine Spur auf dem Grat heisst umkehren.

Mit einem ganzen Tag lässt sich der Gipfel gut mit dem Abstieg zum Bettmerhorn oder zum Märjelensee direkt am Gletscher verbinden.