Tagesausflug · Furkapass
Furkapass — Rhonegletscher und Sidelenhütte an einem Tag
Die Furka ist einer der Orte, an denen man an einem Tag alles sieht: die berühmten Kehren, die weiss abgedeckte Zunge des Rhonegletschers, ein verlassenes Hotel aus einer anderen Zeit — und nach knapp einer Stunde Gehzeit die Granittürme rund um die Sidelenhütte. Ich war oft dort und komme jedes Mal mit einem anderen Bild zurück.
Anfahrt und Kehren
Der Furkapass (2429 m) verbindet Realp im Uri (1538 m) mit Gletsch im Wallis (1759 m). Die Strasse ist normalerweise von Juni bis Oktober offen — im Winter verbindet nur der Autoverlad Realp – Oberwald die beiden Täler.
Die Fahrt selbst gehört zum Erlebnis: enge Kehren in Grün und Granit, am schönsten auf der Seite von Gletsch. Halten Sie an einem der Aussichtspunkte und fotografieren Sie die Serpentinen von oben — am frühen Morgen ist die Strasse noch leer.
Streckenkarte und Höhenpunkte
Klicken Sie eine Station auf der Karte, im Höhenprofil oder in der Liste an — die anderen Ansichten heben denselben Punkt hervor.
In die Karte klicken, um das Zoomen mit dem Mausrad zu aktivieren.
Rhonegletscher und Hotel Belvédère
In der Kehre auf 2272 m steht das Hotel Belvédère — geschlossen, aber noch immer das bekannteste Gebäude dieser Berge. Direkt daneben endet die Zunge des Rhonegletschers, der Ursprung des Flusses, der bis ins Mittelmeer fliesst.
Der Gletscher wird heute mit weissen Vliesen abgedeckt, um das Schmelzen zu bremsen. Ein eindrücklicher und zugleich schmerzhafter Anblick: vor wenigen Jahrzehnten reichte das Eis fast bis zur Strasse. Die Eisgrotte ist saisonal begehbar.
Nachts ist dies einer der besten Astrofotografie-Plätze der Alpen — die Milchstrasse steht über dem Hotel, und auf dieser Höhe gibt es kaum Lichtverschmutzung.
Aufstieg zur Sidelenhütte (2708 m)
Der Weg beginnt an der Passstrasse kurz unterhalb der Passhöhe auf der Urner Seite. Ein kurzer, sehr schöner Aufstieg durch das Sidelental: rund 1 Stunde 15 Minuten, knapp 400 Höhenmeter, gut weiss-rot-weiss markiert.
Die Sidelenhütte SAC (2708 m) gehört der Sektion Uto. Sie ist klein, aus Stein und steht direkt am Fuss der Granitnadeln — Sidelenhorn, Bergseeschijen und die ganze Türmefamilie, die Kletterer aus der ganzen Schweiz anzieht. Auch ohne Kletterei lohnt sich eine Suppe auf der Terrasse.
Der Furka-Granit ist rostrot, rau und von senkrechten Rissen durchzogen — ideales Material für Fotografen. Das beste Licht kommt am späten Nachmittag, wenn die Wände orange glühen und die Kletterer zu kleinen roten Punkten werden.
Praktisches
Tagesplan: morgens Kehren und Gletscher, mittags Aufstieg zur Hütte, nachmittags Kletterer im Licht — und wer mag, bleibt bis in die Nacht für die Milchstrasse über dem Belvédère.
Auf 2700 m ist es 10–15 Grad kühler als im Tal und fast immer windig. Windjacke, Mütze und feste Schuhe sind Pflicht, der letzte Abschnitt führt über Blöcke. Rund um die Hütte trifft man oft Schneehühner — leise gehen, dann lassen sie einen sehr nah heran.
Die Hütte ist etwa von Ende Juni bis Mitte September bewartet; Übernachtungen bitte früh reservieren, Tee und Suppe gibt es auch ohne.