Gipfelbiwak · Val d'Anniviers
Pigne de la Lé — Biwak im Schlafsack am Gipfel, Grat und Gletscher
Die Cabane de Moiry liegt nur am Weg — geschlafen haben wir höher, im Schlafsack direkt auf dem Gipfel des Pigne de la Lé (3396 m). Das ist etwas völlig anderes als ein Matratzenlager: Stille, Kälte und die zwei besten Momente des Tages genau dort, wo die Kamera steht. Der Aufstieg führt über den Ostgrat, der Abstieg über den Gletscher.

Anfahrt und Zustieg zum Gletscher
Von Sion durch das Val d'Anniviers nach Grimentz (1570 m), dann auf schmaler Strasse zum Barrage de Moiry (2249 m). Im Sommer kann man bis zum Parkplatz unter der Gletscherzunge (ca. 2400 m) fahren — von dort sind es rund 2 Stunden und 430 Höhenmeter zur Cabane de Moiry CAS (2825 m).
Der Weg folgt zuerst der Moräne, queert dann einen steilen Hang mit einigen Kettenpassagen und endet auf der Hüttenterrasse. Wir haben dort nur Wasser gefasst und Tee getrunken — die Rucksäcke waren schwerer als sonst, denn Schlafsäcke, Matten und Abendessen fuhren mit.


Zustiegskarte — Grimentz → Cabane de Moiry
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Aufstieg über den Grat und Biwak am Gipfel
Ab der Hütte kurzer Querweg unter der Ostwand, dann auf den Grat — von hier ist die Route leicht, aber das Gestein ist brüchig und alles rutscht. Helm Pflicht, grosse Abstände in der Seilschaft, und wenn über oder unter dir eine andere Gruppe ist, besser warten.
Über den Grat erreicht man den Col de la Lé (ca. 3300 m) und einen kurzen, angenehmen Abschnitt zum Gipfel des Pigne de la Lé (3396 m). Oben fanden wir zwei flache Plätze für die Matten, windgeschützt hinter einer Steinmauer. Kein Zelt — wir schliefen im Schlafsack unter einem Biwaksack. Wasser aus Schnee, Abendessen auf dem Kocher, und am Himmel passiert ständig etwas.
Eine Nacht auf 3396 m ist selbst im August kalt: bei klarem Himmel deutlich unter null, und der Wind lässt nicht nach. Ein Schlafsack mit Reserve, eine warme Jacke für die Nacht — und Akkus über Nacht im Schlafsack.



Sonnenuntergang und Sonnenaufgang am Gipfel
Abends fällt das Licht ins Rhonetal und die Kette der Dents du Midi wird zu geschichteten Silhouetten mit Lichtstrahlen dazwischen. Vom Gipfel aus ungefiltert — es dauert kaum eine Viertelstunde und ändert sich jede Minute.
Morgens muss man nirgends hin: die ersten Strahlen erreichen Matterhorn und Dent Blanche, und man steht schon oben, den Schlafsack über den Schultern. Nur dafür trägt man Stativ und fünf zusätzliche Kilo hier hoch.
Der Abstieg folgt nach Sonnenaufgang dem Gletscher — vom Gipfel geht es zum Col de la Lé und weiter auf den Glacier de Moiry. Von dort angeseilt, mit Steigeisen und Pickel. Der Gletscher ist ruhig, hat aber Spalten, die im Spätsommer nur dünn überbrückt sind.





Gipfelkarte — Gletscher und Grat auf den Pigne de la Lé
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