Hüttennacht · Saas-Fee
Saas-Fee und Café Alpenblick — eine Nacht in der Hütte über dem Tal
Saas-Fee liegt in einem Kessel aus dreizehn Viertausendern, und der Feegletscher endet praktisch über den Dächern des Dorfs. Statt abends ins Tal zurückzufahren, steige ich eine Stunde höher zum Café Alpenblick — einer kleinen Unterkunft im Lärchenwald, in der Sonnenuntergang und Sonnenaufgang direkt von der Terrasse aus stattfinden, ohne Eile und ohne Menschenmenge.
Aufstieg und Abend auf der Hütte
Das Auto bleibt am Parkhaus vor Saas-Fee — das Dorf ist autofrei, weiter geht es mit dem Rucksack. Vom Zentrum sind es rund sechzig Minuten gemütlichen Gehens über Hohnegg bis zum Café Alpenblick (etwa 1930 m). Im Winter ist der letzte Abschnitt ein getretener Pfad im Schnee, und das Licht in den Fenstern sieht man schon von der Kehre darunter.
Der Name ist kein Zufall: die Terrasse schaut direkt auf die Mischabelwand. Am Abend gehen unten die Lichter von Saas-Fee an, während der Grat darüber noch einige Minuten blaue Stunde behält. Das ist der Moment für das Stativ — von hier oben glüht das ganze Dorf zwischen schwarzen Hängen.
Eine Nacht in der Hütte ist ein Komfort, den kein Zelt bietet: warmes Abendessen, trockene Schuhe und ein Wecker um vier Uhr, ohne bei Frost das Lager abzubauen.
Morgen: Alpenglühen an den Mischabeln
Morgens muss man nur vor die Tür treten. Das erste Licht trifft die Gipfel viel früher als das Tal: die Spitzen werden kupferfarben, der Schnee am Grat beginnt im Wind zu rauchen. Mit langer Brennweite hole ich Gipfel und Schneekuppe von der Terrasse heran, ohne einen einzigen Höhenmeter mehr.
Sind die Gipfel in der Wolke, ist es noch besser — der Nebel lässt das Licht punktuell durch, und der Grat erscheint und verschwindet in Sekunden. Dann bleibt der Bildausschnitt stehen und ich warte.
Später, bei voller Sonne, wird das Thema schwarzweiß: Schneefahnen am Grat, Schatten auf dem Gletscher und die Silhouette der Gipfelstation im Schneetreiben.
Höher: Feegletscher, Felskinn und Mittelallalin
Wer den Gletscher aus der Nähe sehen will, fährt vom Dorf mit der Bahn nach Felskinn (2989 m) und weiter mit der unterirdischen Metro Alpin nach Mittelallalin (3456 m). Die ganze Fahrt dauert eine Viertelstunde, der Landschaftswechsel ist total: vom Lärchenwald direkt zwischen die Séracs.
Aus der Kabine sieht man den spannendsten Teil des Feegletschers — gebrochene Eisblöcke und Spalten, die vom Tal aus unsichtbar bleiben. Gutes Terrain für lange Brennweiten: ein Lichtband auf dem Eis genügt, alles andere bleibt im Schatten.
Die Bergstation steckt oft im Schneetreiben, und dann liest sie sich von der Terrasse am Alpenblick als reine Silhouette am Rücken. Genau das ist der Vorteil der Hüttennacht: man kann auf Bedingungen warten, statt die erste Bahn auf gut Glück zu nehmen.
Zustiegskarte — Saas-Fee → Hohnegg → Café Alpenblick → Hannig
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In die Karte klicken, um das Zoomen mit dem Mausrad zu aktivieren.
Bahnkarte — Saas-Fee → Felskinn → Mittelallalin (Feegletscher)
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