Tagestour · Val d'Anniviers
Glacier de Zinal — Tagestour von Zinal zur Gletscherzunge
Der Glacier de Zinal ist einer dieser Orte, zu denen ich zurückkehre. Ich war schon mehrmals dort — 2025 war die Eishöhle komplett eingestürzt, übrig blieb nur ein Trümmerfeld aus Eisblöcken. Inzwischen hat der Gletscher das Gewölbe neu gebaut, und man kann wieder unter das türkisfarbene Eis treten. Die einfachste Tagestour im Val d'Anniviers: keine Bergbahnen, nur der Weg ins Gletschertal.

Der Zustieg Schritt für Schritt
Start ist Zinal (1675 m) am Ende des Val d'Anniviers. Parkiert wird am gebührenpflichtigen Parkplatz am Dorfeingang; von Sion sind es rund 60 Minuten, ab Sierre fährt das Postauto.
Vom Dorf führt ein breiter Alpweg nach Süden, vorbei an Le Vichiesso (1830 m) und in den Wald über der Navisence. Der Weg ist gut ausgetreten und steigt gleichmässig an — der schönste Abschnitt für das Morgenlicht.
Nach etwa zwei Stunden erreicht man die Cabane du Petit Mountet (2142 m) mit Blick auf die ganze Gletscherzunge und den Grat von Besso, Zinalrothorn und Obergabelhorn. Weitere 30–45 Minuten über die Moräne führen zum Gletschertor (ca. 2280 m).
Die letzten Meter sind Gletschergelände: lose Steine, der Bach aus dem Eis und Blöcke, die vom Gewölbe gefallen sind. Hier ist Urteilsvermögen gefragt — dazu unten mehr.


Streckenkarte und Höhenpunkte
Klicken Sie eine Station auf der Karte, im Höhenprofil oder in der Liste an — die anderen Ansichten heben denselben Punkt hervor.
In die Karte klicken, um das Zoomen mit dem Mausrad zu aktivieren.
Die Höhle: 2025 eingestürzt, heute wieder offen
Nach dem warmen Sommer 2025 brach das Dach der Höhle ein; vom Tunnel blieb ein Haufen durchsichtiger Blöcke, der Eingang war unpassierbar. Der Gletscher arbeitet weiter: Wasser und Eisbewegung haben ein neues, hohes und weites Gewölbe geformt, mit genau diesen polierten Wellenmustern, für die ich mit der Kamera zurückkomme.
Innen wechselt die Farbe mit dem Licht draussen: morgens tief türkis, mittags grüngrau, am Abend warme Reflexe in den Pfützen am Boden. Die besten Bilder entstehen nahe am Eingang, wo das Eis noch Licht durchlässt.




Sicherheit und Jahreszeiten
Eine Eishöhle ist nie ganz sicher. Nur am frühen Morgen und bei Frost hinein, nicht lange bleiben, nicht eintreten, wenn Wasser vom Dach tropft oder frische Blöcke liegen. Nach warmen Tagen und Regen besser verzichten — dann arbeitet das Eis am stärksten.
Wandersaison ist Juni bis Oktober. Im Winter und Frühling ist der Zustieg mit Skitourenausrüstung am schönsten: Schnee glättet die Moräne und das Eis ist stabiler. Feste Schuhe, Stöcke, Stirnlampe und Helm sind Minimum.



